JSP Gruppe

Winterreifen

Winterreifen sind ausweislich ihrer Bezeichnung Reifen, die wintertauglich sind.

Allerdings gibt es keine Norm, die das irgendwie verbindlich für alle regelt. Und da liegt das Problem: Denn jeder Hersteller kann frei entscheiden, was für Eigenschaften „sein“ Winterreifen haben soll und welches Zeichen er draufprägt (oder nicht).

Grundsätzlich gilt: Sogenannte Winterreifen haben eine andere (zumeist weichere) Gummimischung als „Sommerreifen“. Und sie haben meist ein ausgeprägteres Profil. Bereits ab etwa 7 Grad Aussentemperatur sollten diese Reifen besser haften – damit ergibt sich auch, daß sie nicht erst bei Eis und Schnee, sondern auch schon lange davor zumindest sinnvoll sind.

Und noch etwas: achten Sie auch beim Winterreifen auf den „TWI“ (steht für: Tread Wear Indicator). Dabei handelt es sich um Ab­riebsindikatoren zur eindeutigen Erkennung der Reifen-Mindestpro­filtiefe, die der Gesetzgeber mit 1,6 Millimetern vorschreibt.

Die Ab­riebsindikatoren befinden sich im Profilgrund der Reifen und wer­den als durchgehende Stege sichtbar, wenn der Reifen die vorge­schriebene Restprofiltiefe erreicht hat. Fachleute raten allerdings, mit dem Reifenwechsel nicht so lange zu warten. Für Sommerrei­fen empfehlen sie – je nach Breite des Reifens – einen Austausch der Pneus  zwischen 2,0 und 2,5 Mil­limeter Profiltiefe. Winterreifen sollten mindestens vier Millimeter aufweisen.  Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß neue Sommerreifen mit einer Profiltiefe von 8 mm verkauft werden, wohingegen neue Winterreifen und M+S-Reifen (die auch eine weichere Mischung haben) üblicherweise mit 12mm Profiltiefe auf dem Markt sind.  Sie vergeben sich also eigentlich nichts, wenn Sie die Winterreifen „nur“ bis 3,5 oder 4 Millimeter fahren.

Sie sollten sich gegebenenfalls ernstlich fragen, was mehr wert ist: 60 Euro für einige Millimeter Reifenprofil oder Tausende Euro beim Unfall oder sogar Ihrer Gesundheit und Ihr Leben.

Dass die neue „Winterreifenpflicht“ nicht ohne Zündstoff ist, weil eben die zugehörige Normung fehlt, ergab sich bei einem Vergleichstest: ADAC und Stiftung Warentest unterzogen 28 Modelle in zwei gängigen Reifengrößen (185/65 R15T und 225/45 R17) einem Härtetest: Schnee, Matsch, Glatteis, nasse und dann wieder trockene Straßen!  Dabei ergab sich: Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h auf nassem Asphalt kam der China-Pneu Westlake SW601 Snowmaster (zirka 73 Euro) 22 Meter später zum Stehen als der beste Vergleichsreifen (Michelin Alpin A4, zirka 160-224 Euro). Und in beiden Fällen wäre der Gesetzesvorschrift Genüge getan, die Winterreifenpflicht also erfüllt und die Versicherung müßte zahlen, auch wenn der mit den China-Reifen seinem Vordermann mit 50 km/h draufdonnert.

© 2013 JSP-Gruppe //Impressum