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Sicherheitsgurt

Der  Sicherheitsgurt ist als Rückhaltesystem in Kraftfahrzeugen unerläßlich und im Übrigen seit vielen Jahren vorgeschrieben. Man könnte den Sicherheitsgurt auch durchaus als primären Lebensretter bezeichnen, noch weit vor dem Airbag oder anderen Sicherheitssystemen.

Wichtig ist, dass die Fahrzeuginsassen durch den Sicherheitsgurt im Falle von durch Unfallsituationen hervorgerufenen plötzlichen  Fahrzeugverzögerungen (zurück)gehalten werden und somit nicht durch das Fahrzeug oder gar aus diesem hinaus geschleudert werden. Dabei greifen die früher zu Beginn der „Gurtdiskussion“ häufigen Verletzungsargumente kaum noch, denn inzwischen haben die meisten Karosserien noch einen Sicherheitsbonus durch die  Knautschzone und zudem dehnen sich die Gurte bei einem Aufprall, um die Verzögerungskräfte zu begrenzen. Moderne Gurtsysteme verfügen zusätzlich über Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer.
Dadurch ist die Wirkung auf den Organismus der Insassen ( Quetschungen, Rippenbrüche) sehr moderat und es hat sich allgemein die Erkenntnis durchgesetzt, dass die möglichen Verletzungen ohne den richtig angelegten Sicherheitsgurt weitaus gravierender wären.
Zu dem früher oft vorgebrachten Hinweis „Ich sehe ja, wenn Gefahr kommt – dann kann ich mich abstützen“ sei nur gesagt, dass bereits bei einem frontalen Zusammenstoß zweier mit nur 30 km/h (!) fahrenden Fahrzeuge die Arme eines 70 kg „schweren“ Fahrers ein Gewicht von fast einer halben Tonne stemmen müßten – und das schafft nicht mal der beste Kraftsportler.

Der Sicherheitsgurt muß ausreichend fest und trotzdem dehnbar sein. Man kann also nicht irgendeinen beliebigen Zurrgurt oder ein Seilgeflecht nehmen, denn dann könnten in der Tat erhebliche Verletzungen durch die schlagartige Einwirkung entstehen. Also wird der Sicherheitsgurt diagonal gewebt und hat dadurch schon mal eine Grunddehnbarkeit. Hinzu kommt die Vorbereitung der etwa 300 Fäden, die in einem aufwändigen Verfahren jeder einzelne aus über 100 hauchdünnen Kunstgarnfilamenten (250 bis 400 Mikrometer) zusammengebracht werden. Nach dem Verweben zu einem 4,6 bis 4,8 cm breiten Gurt wird dieser thermofixiert -also in einem bestimmten Zeitraum unter einer definierten Spannung auf bis zu 230 Grad Celsius aufgeheizt und wieder abgekühlt. Dabei werden die Strukturen des Gewebes so verändert, dass der Gurt eine vorbestimmte Eigenschaft erfüllt. Getestet werden solche Gurte übrigens mit ca. 3 Tonnen, also 3000 kg.

Jetzt ist es auch klar, daß man Sicherheitsgurte nach einem Unfall grundsätzlich austauschen muß, wenn sie denn durch einen Insassen belastet wurden. Denn die Dehnbarkeit buzw. Nachgiebigkeit ist nur einmalig gewährleistet. Bei einem zweiten gleichartigen Einsatz wären die Gurte nur noch schlappe Zurrgurte und würden einen Insassen gegebenenfalls schwer verletzen.

Also muss ein Sachverständiger im Rahmen seiner Besichtigung (je nach Art des Unfalls) auch nachfragen, ob und wieviel Insassen wo im Fahrzeug gesessen haben – und die entsprechenden Gurte zur Auswechslung vorsehen. Wenn der Sachverständige das „vergißt“, handelt er fehlerhaft und grob fahrlässig.

Wenn zusätzlich bestimmte Mechanismen (z.B. pyrotechnische Gurtstraffer oder Gurtkraftbegrenzer) vorhanden sind, sind auch diese auszuwechseln.

 

 

 

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