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Schadenmanagement

typisierend Bezeichnung für den eigentlich unerlaubten und verbotenen Versuch, dem Geschädigten „das Heft des Handelns“ aus der Hand zu nehmen. Etwa mit Sprüchen wie „wir erledigen alles für Sie„, oder „wir wollen Ihnen in jeder Weise helfen„, oder auch: „damit es für Sie einfacher wird, werden wir…..

Allererste Regel:

Glauben Sie keiner Versicherung, die Ihnen sowas sagt. Grundsätzlich nicht.  Niemals !!

Bedenken Sie: es ist völlig gegen die Natur der Versicherung, wenn die sagt, sie will Ihnen zu mehr Geld verhelfen. Das würden ihr die Aktionäre ganz schnell austreiben.  Die Versicherung  MUSS  Gewinn machen, dazu wurde sie gegründet, und sie ist SICHER KEIN  Rotkreuz-Verein (oder Malteser oder Johanniter oder Mutter Teresa oder was auch immer…)

„Wissenschaftlich“ könnte man das von den Versicherungen praktizierte Schadenmanagement in Passives und Aktives Schadenmanagement unterteilen:

„Passives” Schadensmanagement, weil man den Geschädigten offensichtlich durch Ignorieren von Anfang an mürbe machen will, indem die Versicherung auf  Schreiben und Fristsetzungen  nicht reagiert (und selbst mit Rechtsanwalt Fristsetzungen einfach aussitzt). Nach dem das eine Zeitlang „gut“ gegangen ist, kommt dann vielleicht noch ein…

“Aktives” Schadensmanagement, weil die Versicherung nach Erkennen der Leistungspflicht die Ansprüche des Geschädigten rechtswidrig kürzt. “Aktiv” auch deswegen, weil die Versicherung im vollen Bewußtsein des unrechtmäßigen Handelns versucht, längst gesicherte Rechtspositionen fadenscheinig auszuhebeln oder im Rechtsstreit durch vollumfängliches (bisweilen sinnloses und unsubstantiiertes) Bestreiten das “Mürbemachen” weiterverfolgt. Nicht umsonst schrieb die Richterin der HUK-Coburg ins Urteil:“ Soweit die Beklagte <HUK-Coburg> bestreitet, dass die … erbrachten Leistungen erforderlich gewesen sein sollen, dringt sie hiermit nicht durch. Es handelt sich nämlich um ein unzulässiges Bestreiten ins Blaue hinein.“ (Urteil des AG Köln vom 28.05.2015 AZ.: 266 C 32/15)

Ein weiteres gutes Beispiel zeigt das Urteil des AG Köln (AZ.: 263 C16/99) in dem der Richter der DEVK mitteilt, daß er es leid sei, immer dieselben falschen Argumente vorgetragen zu bekommen, weil sich an der Rechtsauffassung des Kölner Gerichts deshalb nichts ändern werde und man möge doch bitte endlich mal in Berufung gehen (davor hatte die Versicherung aber dann wohlweislich gekniffen, denn sie wußte, daß sie unterliegen würde…)

Tatsache ist, dass es den Versicherungen ausdrücklich verboten ist, „versicherungsfremde“ Geschäfte zu betreiben – und nichts anderes ist es, wenn sie als Vermittler für Autovermietungen auftreten,  Restwertbörsen aktiv betreiben oder Reparaturaufträge an sogenannte „geprüfte und zertifizierte“ (durch wen denn eigentlich ???) Werkstätten verschieben, die dem Geschädigten ausdrücklich und namentlich auf’s Auge gedrückt werden sollen. Das versuchen die ersatzpflichtigen Versicherungen gerne zu umgehen, indem sie einen Anwalt aus dem Keller hervorzaubern (der dann plötzlich fremde Rechtsgeschäfte erledigen darf) oder sich als „Helfer in der Not“ aufspielen. Gelegentlich bzw. häufig wird der Geschädigte auch massiv bedroht und eingeschüchtert, indem man ihm zu suggerieren versucht, es würde schlimme Konsequenzen nach sich ziehen, wenn er sich nicht so verhält, wie von der Versicherung vorgeschrieben. (Siehe dazu: Urteile – Abmahnungen – Admiral) . Auch da kann man nur raten: Sofort zum Rechtsanwalt (siehe auch: Video – die Tricks der Versicherungen).

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