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HWS-Trauma – Mindestgeschwindigkeit

Oft wird gestritten, ob ein bestimmter Auffahrunfall zu dem vorgetragenen oder behaupteten HWS-Trauma geführt hat oder haben kann.

Damit eine Verletzung des Halswirbelsäulenbereiches medizinisch angenommen werden kann, muss also auf den Körper midenstens ein gewisser resultierender (d.h. bis zum Körper wirksamer) Impuls gegeben sein. Denn mal abgesehen von filigranen „Zuckerpüppchen“ oder Patienten mit Glasknochen (Osteogenesis imperfecta) gibt es eine naturgegebene strukturelle Widerstandsfähigkeit – bedingt durch die Anatomie, die auch im normalen Bewegungsablauf den Kopf oben und uns (mehr oder minder) gerade hält (und ich rede nicht von Politikern, die zumeist kein Rückgrat haben….).

Insofern geht die Rechtsprechung davon aus, dass ein Anstoß von mehr als 10 km/h stattgefunden haben muß (siehe LG Berlin, Aktenzeichen: 58 S 7/00 – Urteil vom 13.05.2001)

Wir als Sachverständige schätzen regelmäßig ab, wieviel von dem Anstoß beim betreffenden Körper „angekommen“ ist. Und das gehört anständigerweise mit ins Gutachten.

Dabei ist davon auszugehen, dass ein resultierender Impuls von 4-5 m/s bereits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (hier ein Gruß an die Juristen) zu einem HWS-Trauma führt.

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