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E10 * Noch’n Kommentar

Noch ein Kommentar von Dipl. Ing., Dipl.-Wirt. Ing Jens-U.H. Schweitzer (alle akademischen Graduierungen ohne Abschreiben erworben)

Über sture und uneinsichtige Politiker, einen E10-Gipfel, falsche Versprechungen und der regierungsamtlich verordneten Abzocke aller Autofahrer….

– Stand Mitte März 2011 –

So – nun haben wir Ihn also gehabt: den E10 – Gipfel.

Das klingt fast so schön wie ein G8-Gipfel – wenn die Führer der größten Industrienationen zusammenkommen, wie einst in Merkels Heiligendamm. Und in etwa stimmt die Parallele: Es kam genausowenig raus ! (Nur war dieser Gipfel bedeutend billiger).

Auf der Suche nach den Schuldigen für die ablehnende Haltung der deutschen Autofahrer und dem praktischen Boykott der E10-Zapfsäulen zeigte sich erneut, mit welcher Unverschämtheit und Sturheit „unsere“ Politiker vorgehen. Statt sich selber mal an die Nase zu fassen, sind es plötzlich die Ölkonzerne, die vergessen haben, uns darüber zu informieren.

Sicher – nichts dagegen, wenn die Öl-Multis mal eins auf den Deckel kriegen – aber die geben die Kosten ja sowieso dreifach an uns weiter. Denn nur Schneewittchen kann glauben, dass die „Strafzahlungen“ für zu geringen E10-Verkauf – wenn sie denn ausgesprochen werden – aus den Bilanzen der Öl-Multis beglichen werden. Das zahlen natürlich die Autofahrer – angekündigt wurde das ja schon. Lustigerweise „verdient“ der Staat dann wieder an dem Steueranteil der auf den Benzinpreis umgelegten Strafzahlungen, die er selbst verhängt hat. – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Nun sollen also von der Politik erstellte Listen an den Tankstellen die verunsicherten Autofahrer „informieren“. Ich habe dabei sogar ungläubig mehrfach vernommen, es sollen verbindliche Listen ausgehängt werden. Jetzt ist natürlich die Frage erlaubt – wenn denn schon BMW und Mercedes darauf hinweisen, dass die Langzeitversuche noch ausstehen – woher wissen die Politiker denn so sicher um die Verträglichkeit für jedes Modell? Und wer haftet bitteschön – wenn es doch in die Hose geht, wenn irgendwo (nach Jahren) Schläuche durchgefressen sind, Aluminiumteile angegriffen werden oder die erhöhte Kondensation zu Schäden führt?

Kann ich die Reparaturrechnung für den dann fälligen Austauschmotor nach Berlin schicken? Gleich an Brüderle oder doch eher an Röttgen? Verbindlich hieß für mich früher soviel wie „versprochen“ oder „garantiert“. Aber vielleicht gelten in der Politik ja andere Maßstäbe – es soll sich ja schon mal ein Politiker gesagt haben: „Ich bleibe dabei: Daß wir oft an Wahlkampfaussagen gemessen werden, ist nicht gerecht“. (Müntefering, 4. September 2006; Merkel hat genickt).

Aha – daher weht der Wind. Jetzt wissen wir, was mit verbindlichen Listen gemeint ist. Die ausgehängten Listen an den Tankstellen haben dann etwa denselben Nutzwert wie die daneben aufgehängten Papierhandtuchspender (letzteres Papier ist allerdings weicher).


Nimmt man alle Fakten zusammen, ist die zwangsweise Ethanol-Beimischung (also das E10) Blödsinn hoch drei, denn statt das Klima nachhaltig, langfristig und weitsichtig zu entlasten, führt eine falsch und unvollständig künstlich hochgerechnete „sogenannte“ CO2-Bilanz zur Augenwischerei: Sie ist teuer, schadet allen Verbrauchern und entlastet das Klima langfristig keinesfalls.

Deshalb, Frau Merkel, Herr Röttgen und wer immer da was zu sagen hat: Kippen Sie diese unsägliche Verordnung. Handeln Sie vernünftig und entsprechend Ihrem Amtseid: Schaden von Deutschland abwenden – und das sind nicht die Großkonzerne, sondern wir, das Volk.

Das sollte doch mal gesagt werden.

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