JSP Gruppe

263 C 16/99* Köln – ist nach Gutachten der AA-Ingenieur-Gesellschaft abzurechnen

Amtsgericht Köln 06.8.07.1998

263 C 16/99  (Richter Freymuth)

Heinrich M. (RA Dr. Höll) gegen DEVK

Die Beklagte (DEVK) wird verurteilt, an den Kläger DM 3.542,22 nebst 4% Zinsen seit dem 12.1.1999 zu zahlen.

Aus dem Tatbestand:

Die Beklagte regulierte als Kfz-Haftpflichtversi­cherer den Schaden des Klägers aus einem VU vom 16.11.1998 und zahlte 5.500,- DM. Der Kläger macht 6.681,25 DM Reparaturkosten, 899,97 DM Gutachterkosten, Nutzungsausfallentschädigung für 17 Tage, Auslagenpauschale und Taxikosten geltend.

Der Kläger begründet den Ausfallzeitraum damit, dass die vom Beklagten gewünschte Besichtigung erst am 25.11.1998 erfolgt sei und die Reparaturdauer in dem von ihm eingeholten Gutachten auf 5 Arbeitstage veranschlagt worden sei.

Die Einschaltung eines Sachverständigen durch den Kläger hält die Beklagte in Anbetracht der Besichtigung durch ihren Haussachverständigen für nicht gerechtfertigt. Vorsorglich bestreitet sie die Angemessenheit der Sachverständigengebühren. Die Beklagte sieht die fachgerechte Durchführung der Reparatur durch die vorliegenden Fotos für nicht bewiesen und meint, es müsse die Reparaturrechnung präsentiert werden, wenn die Instandsetzung nur in einer Fachwerkstatt erfolgt sein kann. Bei Eigenreparatur sei nachzuweisen, wie und in welchem Umfang und zu welchen Zeiten durch wen die Reparatur durchgeführt worden ist.

Die  Klage ist begründet.

Die Haftung der Beklagten für den Unfallschaden des Klägers steht nicht in Frage. Ihre Einwände gegen die Abrechnung in der Klageschrift greifen nicht durch. Es handelt sich einschließlich des letzten Schriftsatzes nur um die Standpunkte, die von der Beklagten ungeachtet der ihr bekannten hiesigen Rechtsprechung und den Besonderheiten des einzelnen Falles immer wieder vorgebracht werden, wobei die Beklagte hier einmal mehr Gelegenheit hat, eine Überprüfung durch die zuständige Berufungskammer herbeizuführen.

Der Fahrzeugschaden ist nach dem von dem Kläger eingeholten Gutachten der Allgemeinen Automobil Ingenieurgesellschaft Köln abzurech­nen. Verifizierbare Beanstandungen sind nicht erhoben worden. Die Beklagte hat ihr Gutachten nicht vorgelegt. Die Einholung des beantragten weiteren Gutachtens kann nicht dazu dienen, zu erforschen, ob aus irgendwelchen noch nicht bekannten Gründen niedriger zu kalkulieren ist als in dem Gutachten des Klägers.

Somit kann der Kläger auch die von ihm be­zahlten Gutachtergebühren ersetzt verlangen. Selbst bei einer überhöhten Kalkulation in dem vom Beklagten behauptetem Ausmaß von weniger als zehn Prozent wäre das Gutachten nicht unbrauchbar. Ein Verstoß des Klägers gegen die Schadenminderungspflicht bei der Auswahl des Sachverständigen ist hinsichtlich der von diesem berechneten Kosten ebenso wenig wie bei der Begleichung der Rechnung zu ersehen.

Nutzungsausfall ist für 17 Tage… zu entschädigen. Dabei sind nach der Besichtigung durch den SV der Beklagten noch 5 Tage für die Instandsetzung anzusetzen. Der Sachverständige des Klägers hat nicht nur die Dauer entsprechend geschätzt, sondern unter dem 10.12.1998 auch bestätigt, dass gemäß Augenscheinseinnahme die in dem Gutachten festgestellten unmittelbaren Unfallschäden repariert wurden und dieses durch ein Foto dokumentiert. Die Verzögerung des Reparaturbeginns hat sich die Beklagte selbst zuzurechnen. Sie hat mit Schreiben v. 16.11.1998 eine Fahrzeugbesichtigung gewünscht. Dass der Fall als nicht eilbedürftig behandelt worden ist, geht zu Lasten der Beklagten. Sie musste damit rechnen, dass der verunfallte Wagen nicht mehr einsatzbereit war. Der Kläger war ohne weiteres zu einer Klarstellung insoweit ebenso wenig gehalten wie hinsichtlich der bereits erfolgten Besichtigung durch einen Sachverständigen seines Vertrauens.

© 2013 JSP-Gruppe //Impressum