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261 C 54/99 Köln – Sachverständiger Schweitzer ist nicht zu beanstanden

Amtsgericht Köln 09.07.1999

261 C 54/99  (Richter Biber)

Ali C. (RA Dr. Höll) gegen HUK-Coburg

Die Beklagten als Gesamtschuldner (HUK-Coburg+Schädiger) werden verurteilt, an den Kläger … nebst 4% Zinsen seit dem 02.02.1999 zu zahlen.

…<<Aufteilung des Schadens>>…

Die SV-Kosten sind in vollem Umfang zu berücksichtigen. In dem hier zu entscheidenden Haftpflichtprozess ist nicht abschließend, sondern lediglich summarisch zu prüfen, ob das Honorar des SV dessen Leistungen angemessen ist. Der Kläger hat Anspruch auf Ersatz der zu einer zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Kosten. Als notwendig sind diejenigen Aufwendungen anzusehen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten machen würde. …

Bei allem Bemühen um eine wirtschaftlich vernünftige Objektivierung des Restitutionsaufwandes bedarf es einer subjektbezogenen Schadensbetrachtung, einer Rücksichtnahme auf die spezielle Situation des Geschädigten, insbesondere auf seine individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie auf die für ihn bestehenden Schwierigkeiten. Hier ist zunächst festzuhalten, dass der geschädigte Kläger nach dem Eintritt des Verkehrsunfalls auf eine schnelle sachverständige Hilfe zum Zwecke der Feststellung des Fahrzeugschadens angewiesen war. Dass er insoweit den von ihm beauftragten Sachverständigen hinzugezogen hat, ist nicht zu beanstanden. Als ein soge­nanntes Auswahlverschulden kann dem Kläger auch nicht angelastet werden, dass er es unterlassen habe, sich vor der Auftragserteilung danach zu erkundigen, ob ein verlässliches Schadensgutachten durch einen konkurrierenden Sachverständigen gegen ein niedrigeres Honorar erstattet wird. Eine derartige Marktforschung ist dem Geschädigten zumindest dann nicht zumutbar, wenn er – wie hier – einen allgemein anerkannten Sachverständigen auswählt.

 

Zumutbar ist lediglich eine summarische Untersuchung dahingehend, ob der SV den Rahmen des Angemessenen ohne jeden Zweifel überschritten hat. Nur dann, wenn dies für den Geschädigten ohne weiteres erkennbar ist, kann ihm die Erstattung der in Rechnung gestellten Sachverständigenvergütung versagt werden. Dies wird allerdings mangels Taxe und im Hinblick auf die Schwierigkeiten bei der Ermittlung des Üblichen nur in Ausnahmefällen in betracht zu ziehen sein. Demgemäss scheidet eine Kürzung im Streitfall aus.

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