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Haftung des Fußgängers beim Straße-Überqueren

OLG Saarbrücken, AZ: 4 U 425/09 – Urteil v. 13.04.2010

Ein Motorradfahrer, der einem Fußgänger ausweichen muss und stürzt, weil der Passant unvermittelt auf der Fahrbahn stehen bleibt, hat Anspruch auf Schadensersatz. Fußgänger haben eine besondere Sorgfaltspflicht, wenn sie eine Fahrbahn überqueren. Wenn sich ein Unfall im  Zusammenhang mit dem Überqueren durch einen Fußgänger ereignet, kann nicht generell von der Schuld des Kraftfahrers ausgegangen werden.


Ein Motorradfahrer war mit einem Fußgänger zusammengestoßen, als der dabei war, eine Straße zu überqueren. Der Motorradfahrer versuchte auszuweichen, bremste sein Fahrzeug stark ab, stürzte und verletzte sich dadurch.

Die Richter sahen zwei Drittel der Schuld bei dem Fußgänger und ein Drittel bei dem Motorradfahrer. Zwar gehe von einem Motorrad eine grundsätzliche Betriebsgefahr aus, und außerdem sei der Fahrer mit einer um 15 km/h erhöhten Geschwindigkeit gefahren, aber der Fußgänger habe gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen.

Nach Auffassung des OLG haben Fußgänger die Pflicht, den vorrangig fließenden Verkehr beim Überqueren zu beobachten. Spätestens ab der Straßenmitte sollte ein Fußgänger erneut nach rechts schauen, um festzustellen, ob ein gefahrloses Weitergehen noch möglich sei. Außerdem hätte der Fußgänger bei der vorhandenen Sichtmöglichkeit noch genügend Zeit gehabt, die Straße gefahrlos zu überqueren. Das ergab eine Begutachtung der Unfallstelle. Nach Ansicht der Richter habe der Fußgänger dem Verkehr nicht genügend Beachtung geschenkt.

 

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