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Bagatellgrenze für die Erstellung eines Gutachtens

Immer wieder wird von den Versicherungen im Rahmen der rechtlich ohnehin sehr zweifelhaften Anschreiben an die Geschädigten im Rahmen des sogenannten „Schadenmanagements“ fälschlicherweise behauptet, der Geschädigte solle sich mit der Versicherung absprechen, bevor er einen Sachverständigen hinzuzieht (und dann am besten noch den der Versicherung) oder das sei erst ab einer höheren Summe (meist um die 3.500 Euro) erforderlich….

Das ist schon aus der Abteilung „dicker Hals“, denn die Versicherungen umgehen hier ganz klare Rechtspositionen des Geschädigten.Kommen Sie zu uns

Klar, das ein ordentlicher Gutachter nicht von Luft und Liebe leben kann und dass seine Gutachten nicht „billig“ sind (aber sie sind trotzdem „Preis-wert“). Denn es braucht natürlich eine Mindestzeit, das Fahrzeug anständig zu besichtigen, die Daten aufzunehmen, die Fotos zu entwickeln, die Berechnungen einzugeben und zu prüfen, die Texte auszuwählen und den Schaden zu beschreiben, Besonderheiten zu erwähnen, die Ausfertigung zusammenzustellen, zu kopieren und zu versenden. Nicht zu vergessen die ausführliche und anständige Beratung/Besprechung mit dem Auftraggeber, der vielleicht auch noch technische Nachfragen hat, die notwendigerweise beantwortet werden müssen. Das das was kostet, dürfte jedem klar sein.

In der Tat sieht das Schadensrecht eine Bagatellgrenze vor, unterhalb der ein (notwendigerweise kostenintensives) Gutachten ein Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht sein kann. Aber diese Grenze ist nicht starr zu sehen und sie liegt nur bei ca. 700 €.

—> Hier ist eine klare Aussage des BGH, daß ein Schaden von 715,81 € jedenfalls über der Bagatellgrenze liegt.

Siehe auch —> Was ist was? : Bagatellgrenze

Siehe auch —> Abmahnungen an Versicherungen

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