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Warum sollte ich beim Unfall die Polizei dazu rufen ?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Und in Nordrhein-Westfalen sind wir glücklicherweise noch nicht soweit, das die Polizei sich weigern würde, zu einem Unfall einen Streifenwagen zu schicken. Es dauert nur manchmal sehr, sehr lange. In dem Fall kann ich Ihnen nur raten: Haben Sie Geduld und – vor allem: Wenn die Beamten dann kommen, seien Sie höflich und präzise – die Beamten, die zu Ihnen kommen, sind bestimmt nicht an der Wartezeit schuld. Es ist nur eben manchmal viel los auf den Strassen und da gibt es eben manchmal wichtigere Einsätze.
Dies betrifft übrigens solche Fälle, in denen es „nur“ Blechschaden gab.

Deshalb: wenn Sie die Polizei unter „110“ anrufen, seinen Sie auch dann knapp und präzise – und sagen Sie gleich, ob jemand oder mehrere verletzt wurden – und wenn möglich – wie schwer.  Seien Sie versichert:  in Köln ist meist innerhalb von wenigen Minuten (meist nicht mehr als  6-10 Minuten) ein Rettungswagen der Feuerwehr am Unfallort. Die Polizei kommt dann sowieso meist auch recht schnell dazu. Die interne Vernetzung zwischen Polizei-Notruf „110“ und Feuerwehr „112“ übernehmen die dann schon – rufen Sie also immer nur einmal eine Nummer an.

Jetzt betrachten wir einmal die verschiedenen Fälle:

a) Beim Unfall wurde jemand verletzt – immer und sofort einen Notruf absetzen. Die Polizei kommt dann schnell. Leisten Sie bis zum Eintreffen des Rettungswagen Erste Hilfe – bzw. erinnern Sie sich an den Kurs „Sofortmaßnahmen am Unfallort“, den Sie bei der Führerscheinprüfung gemacht haben. Es schadet auch nichts, wenn Sie solche Kentnisse gelegentlich auffrischen – die Hilfsdienste wie Rotes Kreuz, Johanniter oder Malteser bieten solche Kurse an. Die Polizei macht dann in jedem Fall eine genaue Aufnahme des Unfallortes – mit Bildern, vermessenen Skizzen usw. – denn das braucht hinterher der Staatsanwalt. Lassen Sie sich eine Kopie des „Unfallberichts“ aushändigen. Weitere Auskünfte kann dann später Ihr Anwalt bekommen (z.B. Einsicht in die Akten, etc.)

b) Es ist nur Blechschaden.  Seien Sie froh:  Blech ist leichter zu reparieren als Ihr Körper.

b1) Es ist nur ein kleiner Schaden, z.B. beim Ein- und Ausparken, beim langsamen Rollen, o.ä. Wenn Sie sich dann unmittelbar mit Ihrem „Gegner“ einigen und der/die auch unmittelbar einsichtig ist,  notieren Sie gegenseitig die Personalien, schreiben Sie gegebenenfalls auch die Namen und Anschriften von Zeugen auf.  In solchen Fällen – wenn Sie auch das „Bauchgefühl“ haben, dass der „Gegner“ nicht plötzlich hinterher was anderes behaupten könnte – dann lassen Sie die Polizei ruhig aus dem Spiel. Die haben keinen leichten Job und sind froh, wenn sie zu solchen „Bagatellen“ nicht gerufen werden.

b2) Wenn Sie aber das Gefühl haben, dass Ihr „Gegner“ die Sachlage ganz anders sieht als Sie und eventuell sogar Streit anfangen will – bleiben Sie höflich und bestehen darauf, die Polizei zu rufen. Denn nur die Polizeibeamten können den Anderen zur Preisgabe seiner Personalien „zwingen“ und werden ggf. auch Zeugen dazu auffordern. Und sie haben zumeist schon ausreichend Erfahrung und Unparteilichkeit, um die Situation zu überschauen. Zum Schluß wird man Ihnen einen „Unfallbericht“ aushändigen. Schauen Sie, ob Sie an erster Stelle stehen (–> die Polizei hält Sie für den Schuldigen) oder and zweiter, dritter usw. Stelle (die Polizei hält den Erstgenannten für mehr schuldig. Möglicherweise wurde dem Anderen auch ein Verwarnungsgeld – z.B. 35 € – angeboten und der hat bezahlt. Dann ist die Sache für Sie ziemlich klar – kommen Sie zum Sachverständigen – wir machen das Weitere.

 Es kann auch sein, dass der „Gegner“ das Verwarnungsgeld ablehnt – z.B. weil er meint, nicht schuld zu sein. Dann kreuzt die Polizei zumeist das Kästchen „Verwarnungsgeld abgelehnt“ an und fertigt eine Anzeige. Dann ist es immer noch ziemlich klar – denn im Streitfall gilt der erste Eindruck der Polizeibeamten durchaus etwas. Ein Rechtsanwalt ist dann nicht schlecht – kommen Sie zum Sachverständigen – wir machen das Weitere.

Vielleicht hat die Polizei aber auch das Kästchen „Rechtslage unklar“ angekreuzt. Dann waren sich die Beamten möglicherweise nicht sicher, inwieweit die Schuldfrage aufgeteilt sein könnte – und überläßt das Weitere einem Richter – was auch ganz in Ornung ist. Nun sollte Sie in jedem Fall einen sachkundigen Verkehrsanwalt aufsuchen – kommen Sie zum Sachverständigen – wir machen das Weitere.

 

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