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Gurtpflicht

Seit dem 1. Januar 1976 gibt es eine Gurtpflicht in der Bundesrepublik Deutschland. Anfangs war die allgemeine Haltung sehr kontrovers – man wollte sich nicht im Auto „fesseln“ lassen  –  und es gab tatsächlich einige wenige Fälle, bei denen die nichtangeschnallten Insassen bei einen Unfall herausgeschleudert wurden und dadurch möglicherweise geringer verletzt waren. Aber insgesamt wurde nachgewiesen (und geurteilt), dass der Gurt das Autofahren sicherer macht. Doch die Anschnallquote lag nur bei ca. 60%. Erst mit der Einführung eines Bußgeldes von 40 DM zum 1. August 1984  schnellte die Quote auf ca. 90%. 

Heute kostet es regelmäßig 30 Euro und inzwischen (2004) liegt die Anlegequote von erwachsenen Pkw-Insassen bei 94 % auf den Vordersitzen und bei 90 % auf den Rücksitzen.

Allerdings sollten Sie das Thema „Sicherheitsgurt“ besser etwas anders sehen: Der Sicherheitsgurt ist DER Lebensretter Nr. 1 im PKW.  Und das noch weit vor dem Airbag und anderen Mechanismen. Weil der Sicherheitsgurt nämlich dazu führt, dass der Körper der Insassen sich bei einer plötzlichen, abrupten Verzögerung möglichst erst gar nicht aus dem Sitz löst und möglichst an der Rückenlehne und der Kopfstütze (zurück)gehalten wird.

Tatsache ist auch, dass Airbags konstruktiv gewollt erst bei höheren Verzögerungswerten auslösen. Und heutige Sicherheitsgurte sind inzwischen so „bequem“, dass das Fesselungsgefühl nicht aufkommt.

Deshalb: Fahren Sie – aus Liebe zu Ihrer eigenen körperlichen Gesundheit – grundsätzlich niemals ohne angelegten Sicherheitsgurt. Am besten, Sie trainieren eine Gewöhnung dadurch, dass Sie bestimmte Handlungen miteinander fest verknüpfen: Nach dem Einstecken des  Zündschlüssels die nun freie Hand nicht zum Lenkrad, sondern gleich links hinter die Schulter zum Gurt. Wenn Sie das häufig genug bewußt „im Trockenen“ durchgespielt haben, werden Sie feststellen, dass es bald automatisch geht.

Naja – und Ihre Mitfahrer sollten Sie natürlich auch nicht vergessen.

Übrigens: es gibt für normale Autofahrer nur ganz wenige Situationen, wo die Gurtpflicht in Deutschland nicht gilt:  Bei Fahrten mit Schrittgeschwindigkeit, beim Rückwärtsfahren und beim Haus-zu-Haus-Verkehr (z.B. Paketdienste und die Postbeförderungsunternehmen). Es gibt auch Ausnahmen von der Anschnallpflicht, die auf Antrag unter Vorliegen medizinischer Indikationen vom Straßenverkehrsamt ausgestellt werden. Mietwagen- und Taxifahrer, die Fahrgäste an Bord haben, sind aber nicht mehr von der Gurtpflicht befreit. Sie müssen sich grundsätzlich immer anschnallen. Und – sie müssen auch die Fahrgäste auf die Gurtpflicht hinweisen – sonst gibt es Geldstrafen, wenn sie unangeschnallt von einem Ordnungshüter entdeckt werden..

Zur Technik der Sicherheitsgurte siehe auch –> „Was ist was“ –> „Sicherheitsgurte“.

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