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2011-06-16 Navigationssysteme > Garmin übernimmt Navigon

(992)Garmin nimmt Kurs auf Navigon

Das auf Navigation spezialisierte US-Unternehmen Garmin will den deutschen Anbieter Navigon übernehmen. Vorrangiges Ziel der Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die zuständigen Behörden steht, ist laut Garmin die „Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit insbesondere in Europa“. Nach Ansicht der Navigon-Führung werden sich die IT-Stärken beider Häuser „hervorragend ergänzen“.
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Navigationssysteme im Versuch:
Neben fest in das Fahrzeug integrierten Anlagen erfreuen sich unter Autofahrern auch mit Navigationssoftware ausgestattete Smartphones wachsender Beliebtheit.
(Foto: BMW)

Hamburg. Der Navigationsanbieter Garmin mit Stammsitz im US-amerikanischen Bundesstaat Kansas strebt die Übernahme des deutschen IT-Hauses Navigon an. Die geplante Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der entsprechenden Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden. Den finanziellen Umfang ihrer beabsichtigten Geschäftsverbindung bezifferten die beiden Unternehmen nicht.

„Die Übernahme ergänzt die bestehenden Aktivitäten von Garmin im Bereich Automotive und Mobile Navigation optimal“, erklärte Cliff Pemble, President und COO von Garmin, in diesem Zusammenhang. „Navigon hat stark in das Automotive OEM-Geschäft in Europa investiert – das wird uns unterstützen, unsere eigenen Möglichkeiten in diesem Geschäftsfeld schnell auszuweiten“. Pemble weiter: „Mit Navigon kommt auch der Anbieter bekannter Navigations-Anwendungen für iPhone und Android-Geräte zu uns – dies wird den Umsatz des dann vereinten Unternehmens zusätzlich erhöhen. Die Kombination der Stärken von Navigon und Garmin im Bereich der mobilen Straßennavigationsgeräte führt zu einer Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit insbesondere in Europa.“

Interesse an innovativer Hard- und Software

Egon Minar, CEO von Navigon, sagte: „Wir freuen uns darauf, in Zukunft die Expertise, die Technologie und Partnerschaften zwischen Navigon und Garmin zum Wohle unserer Kunden zu teilen. Damit können wir auch unser Produktangebot weiter ausbauen und im Markt durch Innovationen in Hard- und Software überzeugen“. Laut Minar werden sich die beiden Unternehmen „in ihren Stärken hervorragend ergänzen“.

Nach eigenen Angaben offeriert Garmin, 1989 gegründet, eine breite Palette an Fahrzeugelektronik für die Automobilindustrie, inklusive Infotainment und Telematik-Systeme, Navigationssoftware sowie integrierte tragbare Navigationssysteme. Das Unternehmen beschäftigt über 8500 Mitarbeiter und bezeichnet sich als „globaler Marktführer im Bereich mobiler Navigationslösungen für die Bereiche Automotive, Outdoor & Fitness, Marine und Aviation“. Den deutschen Markt betreut eine Garmin-Landesgesellschaft mit Sitz in Gräfelfing bei München. „Dort sind aktuell fast 100 Mitarbeiter in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Produktmanagement, Kartografie sowie Händler- und Endkundensupport beschäftigt“, heißt es bei Garmin. „Die Belieferung der deutschen Händler erfolgt über das Garmin-eigene Logistik Center bei München.“

Entwicklung für die „gängigen Betriebssysteme“

Das Garmin-Zielunternehmen Navigon wurde 1991 gegründet und bietet unter anderem tragbare Navigationsgeräte an, wie sie immer häufiger auch im Sektor Automotive zum Einsatz kommen. „Die Software von Navigon wird für alle gängigen Betriebssysteme entwickelt“, heißt es im Unternehmen. „Navigon unterhält Niederlassungen in Europa, Asien und Nordamerika“.

Moderne Navigationslösungen im Sektor Automotive, wie sie Garmin und Navigon bieten, gelten neben IT-Unternehmen auch vielen Fahrzeugherstellern als Geschäftsfeld mit guten Wachstumsperspektiven. So bekräftigte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn jüngst, dass auch der Wolfsburger Konzern künftig verstärkt „intelligente und vernetzte Verkehrssysteme entwickeln“ will. „Heute gibt es auf der Welt rund eine Milliarde Fahrzeuge“, so Winterkorn. „Schon in zehn Jahren könnten es deutlich über 1,3 Milliarden sein. Diesen Mobilitätsboom gilt es, verantwortungsvoll zu gestalten“. Dazu kann nach VW-Einschätzung auch innovative Technologie rund um Fahrzeugnavigation einen wesentlichen Beitrag leisten.

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