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2011-01-07 Audi verstärkt Entwicklung von Elektronik-Systemen

Der Ingolstädter Autobauer Audi hat angekündigt, die Entwicklung von Elektronik-Systemen auszubauen. Sowohl Infotainment als auch Fahrerassistenzsysteme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit stehen auf dem Entwicklungsprogramm. „Das Automobil der Zukunft wird vernetzt sein – mit dem Umfeld, mit der Verkehrsinfrastruktur, mit der Welt des Internets“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler.

Ingolstadt/Las Vegas. Die VW-Tochter Audi arbeitet verstärkt an Elektronik-Systemen der Zukunft. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas erläuterte Audi-Chef Rupert Stadler seine Visionen für künftige Entwicklungen der Marke. Seine Ideen umfassen Infotainment ebenso wie Fahrerassistenzsysteme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Effizienz. Stadler kündigte an, dass Audi seine Führungsrolle weiter ausbauen will. Seine Ingenieure entwickelten unter Hochdruck die Technologien von morgen. Ein großes Handlungsfeld sei dabei die Gesamtbedienung. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die MMI-Konzepte der nächsten und übernächsten Generation, um frei programmierbare Kombiinstrumente und um Weiterentwicklungen beim Head-up-Display.

Mit seinem „Modularen Infotainment-Baukasten“ (MIB) erarbeitet sich Audi eine neue Hardware-Plattform, das Joint Venture e.solutions GmbH entwickelt dafür maßgeschneiderte Software-Pakete. „Wir wollen die besten verfügbaren Technologien und Partner integrieren und sie für die automobile Welt adaptieren. Und wir wollen die Schlagzahl bei den Innovationen noch weiter erhöhen“, so Stadler.

Modellreihen von Audi sind bereits jetzt mit elektronischen Systeme vernetzt. Künftig will die Marke ihre Autos nach außen stärker vernetzen, „mit dem Umfeld, mit der Verkehrsinfrastruktur, mit der Welt des Internets“, erläutert Stadler. Ein „connected car“ von Audi komme praktisch ohne lokale Datensicherung im Fahrzeug aus, es hole sich via UMTS und bald auch über LTE alle Informationen von Servern im Internet, von der Musik bis zur Navigation. Ein Resultat der neuen Vernetzung könne das autonome Fahren sein. Mithilfe neuer Kameras und der Car-to-X-Kommunikation könnte sich ein Audi der Zukunft selbsttätig bewegen, etwa im Stopp-and-go-Verkehr.

Partnerschaft mit Nvidia

Audi forscht auch an neuen Infotainment-Lösungen im Zusammenspiel mit einer weiteren Zukunfts-Technologie, den elektrifizierten Antrieben. Auf diesem Technikfeld arbeitet der Hersteller an neuen Konzepten. In Las Vegas präsentierten die Ingolstädter das Hybrid Concept Car Audi e-tron Spyder.

Der neue Ansatz der Elektronik-Entwicklung umfasst die Technikfelder Bedienung und Anzeige ebenso wie die Architektur der Infotainment-Module, er integriert neue Hardware- und Software-Lösungen. Bei vielen Projekten setzt Audi als Partner auf den Chip-Spezialisten Nvidia. Das Elektronik-Unternehmen aus Santa Clara/USA liefert die Grafikprozessoren für viele Modellreihen. Innovationen wie die nach eigenen Angaben weltweit erste Integration der Google Earth-Navigation und die Grafiken im A8, A7 Sportback und dem neuen A6 habe der Einsatz der Nvidia-Technologie ermöglicht, so Audi.

Das Unternehmen hat 2010 weltweit 1.092.400 Autos verkauft. Audi produziert an den Standorten Ingolstadt, Neckarsulm, Gyor (Ungarn), Changchun (China) und Brüssel (Belgien) und beschäftigt weltweit rund 58.000 Mitarbeiter, davon 45.400 in Deutschland.

Quelle: Automobilwoche

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