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DOT – Autoreifen

Die drei Großbuchstaben „DOT“ stehen für „Departement of Transportation“, gemeint ist das amerikanische Verkehrsministerium. Die Behörde hat für verschiedene Sachverhalte Normen eingeführt – so taucht unter anderem DOT im Zusammenhang mit Autoreifen auf. Diese Regelung wird inzwischen weltweit angewandt.

Die DOT-Nummer ist eine auf Autoreifen eingepresste drei- bzw. vierstellige Ziffernfolge, die das Herstellungsdatum des Reifens zeigt. Kurzgefasst gilt: Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche und die dritte und vierte für das Herstellungsjahr seit 2000.

Alter von Neureifen: Der Wochencode spielt eine Rolle in der Beurteilung von gebrauchten wie auch länger gelagerten „neuen“ Reifen, da für die Haftung eines Reifens neben dem Reifenprofil auch Beschaffenheit und Alter des Gummis eine wesentliche Rolle spielen. Spätestens ab 10 Jahren, teils bereits 6 Jahren, warnen Experten vor spürbar schlechterer Haftung. Kürzlich durchgeführte Versuche des ADAC (WISO-Sendung im Januar 2011) haben gezeigt, dass bereits nach 3 Jahren trotz sachgerechter Lagerung bei manchen Reifen deutliche Veränderungen (bis 16%) im Verhalten feststellbar waren.

Die führenden Hersteller sind zwar der Ansicht, dass ein ungebrauchter Reifen – sachgemäße Lagerung vorausgesetzt – bis zu fünf Jahre ab Produktionsdatum noch als neuwertig anzusehen ist und als Neureifen verkauft werden darf. Amtsgerichte haben früher die Fünfjahresfrist für Neureifen bestätigt. Auch die Autohäuser „jubeln“ dem Käufer eines Neuwagens gerne schon mal Reifen unter, die deutlich älter sind als das eigentliche Fahrzeug. Es hat jetzt aber mehrere neue Urteile gegeben, wonach ein Reifen nach etwa 2 Jahren nicht mehr als Neureifen bezeichnet und verkauft werden darf.

Beispiele für Wochencodes:

346 KW 34, 1986
487\triangle KW 48, 1997
4508 KW 45, 2008

Sofern der Reifen nach den Vorgaben des DOT hergestellt wurde, hat er noch andere Informationen, denn die Angabe von Woche und Jahr ist nur der letzte Bestandteil der vom DOT definierten Reifen-Identifikationsnummer TIN (Tire Identification Number). Diese umfasst vier Zeichengruppen:

  1. Die ersten beiden Zeichen, der Plantcode, bezeichnen das Herstellungswerk
  2. Die nächsten beiden Zeichen, der Sizecode, stehen (bei Neureifen) für die Reifengröße
  3. Es folgt ein optionaler, herstellerspezifischer Code (Typecode), aus dem auch die Handelsmarke ablesbar sein muss, falls sie sich nicht aus dem Plantcode ergibt
  4. Die letzten (früher 3, heute 4) Ziffern stehen für die Produktionswoche nach US-Zählweise. Dabei ist KW 01 jene, in die der 1. Januar fällt. Die dritte, ggf. vierte für die Endziffer des Herstellungsjahres.

Ab dem Herstellungsjahr 1990 folgt auf die Ziffern ein \triangle (Delta), ab dem Jahr 2000 ist der Wochencode vierstellig. Oft wird dieser Code nur auf einer Reifenflanke angebracht: Bei Reifen mit definierter Laufrichtung ist dies üblicherweise die rechte Flanke, bei Reifen mit definierter Außenseite ist er dort zu finden.

Höchstalter für Anhänger mit 100-km/h-Zulassung

Für Anhänger, die nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO eine 100 km/h-Zulassung besitzen, schreibt der Gesetzgeber als Höchstalter für die Reifen des Anhängers bindend sechs Jahre vor. Überschreitet auch nur ein Reifen diese Altersgrenze, so erlischt die 100-km/h-Zulassung. Der Gespannführer muss sich also darüber vergewissern, dass kein Reifen eine DOT-Nummer älter als 6 Jahre hat, bevor er die Sonderregelung nach der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO in Anspruch nimmt. Beispielsweise muss er bei einem Reifen mit der Kennzeichnung 5102 seit dem 22. Dezember 2008 die Geschwindigkeit auf 80 km/h drosseln.

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